#fokusFOOD: Macht’s die (Pflanzen-Nicht-)Milch?

Nach einer intensiven und hochspannenden Fortbildungswoche zum Thema #foodcoaching beim Dr. Freese Institut genehmigte ich mir heute Morgen die Wochenendzeitung bei einer Tasse Kaffee. Der Titel «wer Kuhmilch trinkt, wird in der Stadt schräg angeschaut»..machte mich natürlich neugierig.

Im Artikel wird eine Szene in einem Take Away Café beschrieben, wo sowohl die junge Barista wie auch die Kunden, welche Zitat «alle erschreckt ihre Blicke vom Handydisplay hoben» die Welt nicht mehr verstehen, als die eine Kundin einen «Flat White mit Milch» bestellt. Weiter beschreibt der Artikel dann ein paar unterschiedliche Milchersatzprodukte bis am Ende von einem scheinbar grossen Hype berichtet wird – der Eselmilch. Offenbar kommt der Trend aus den USA, will heissen, erfahrungsgemäss schwappt der Hunger nach diesem Produkt dann in ein, zwei Jahren über den Teich auch zu uns.

Der Artikel hat mich in unterschiedlicher Hinsicht zum Nachdenken angeregt. Denn er zeigt so wunderbar auf, in was für einer komplexen und facettenreichen Welt wir leben und wie der integrative Ansatz unser aller Wohlbefinden auf ein anderes Level bringen kann. Wenn wir nur wollen.

Denn nebst der eigentlichen Diskussion für oder gegen den Konsum tierischer Milch, wirft die obige Szenerie an sich bei mir schon einige Fragen auf:

  • Was schauen sich diese wartenden und erschreckten Leute so Wichtiges auf ihren Handydisplays an?
  • Wie wirkt sich der ständige Medienkonsum (mitunter auch während der Nahrungsaufnahme) auf den menschlichen Verdauungs- und Stoffwechselprozess aus?
  • Warum nehmen sich (viele) Menschen heute keine Zeit mehr, ihren Kaffee im Sitzen und aus einer herkömmlichen Tasse, anstelle des To-Go-Pappbechers (der vielleicht noch viel bedenklicher für unsere Gesundheit ist als echte Kuhmilch 😉) zu trinken?
  • Wie kann es sein, dass wir uns als «Krone der Schöpfung» so weit von unserem ursprünglichen Lebensstil entfernt haben

Über den Sinn der Milch als Grundnahrungsmittel kann man sich streiten – oder zumindest in Diskurs gehen 😉.

Der Artikel weist darauf hin, dass die schweizerische Ernährungspyramide neuerdings empfiehlt, dass wir täglich 2-3 Portionen Milch oder Milchprodukte pro Tag (und nicht mehr 3 wie bis anhin) zu uns nehmen sollen.

Nun ja. Das kann man machen. Ist denn der tägliche Milchkonsum für unsere Spezies gesundheitsfördernd oder gar lebenswichtig? All die Menschen, die kulturell, ideell oder gesundheitlich bedingt keine Milchprodukte zu sich nehmen und dennoch fit und munter sind, sprechen dafür, dass ein gesundes Leben auch ohne Milchprodukte möglich ist. Und bei bald 10 Millionen Menschen, die in unserem Land leben, gibt es möglicherweise verschiedene Wege, die nach Rom… beziehungsweise Bern führen 😉.

Ich bevorzuge qualitativ hochwertige Milchprodukte, wie den Käse von einer Alp, den ich auf dem Bike oder zu Fuss gerade vor Ort kaufe. So halte ich es auch mit der Butter, dem Rahm oder Joghurt, was ich alles sehr gerne mag. Milchprodukte sind für mich kleine Delikatessen, die nicht jeden Tag auf den Teller kommen. Ich geniesse sie dann aber umso mehr. Der unregelmässige Milchproduktekonsum führt dazu, dass ich meine Ernährung vielfältiger gestalte, was wiederum nachweislich gesundheitsfördernd für mein Mikrobiom ist.

Natürlich möchte ich es auch nicht unterlassen, dir noch einen Denkanstoss zu den pflanzlichen «Nicht-Milch-Alternativen und -Produkten» mit auf den Weg geben:

Um aus Hafer, Reis, Cashews oder Mandeln eine Flüssigkeit zu machen, braucht es Verarbeitungsprozesse. Wie naturbelassen so ein Produkt ist und welche Zusatzstoffe man sich durch den Konsum von einem «veganen Käse» zuführt – entnimmt man gerne der Packungsbeilage 😉…

Dein Wohlbefinden liegt in deiner Hand – du hast die Wahl – du FÜR dich